„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.
Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️
In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Christina darüber, warum es vielen Menschen so schwerfällt, gesunde Grenzen zu setzen und Nein zu sagen – und wie du das Schritt für Schritt lernen kannst.
Wenn du dich oft ausgenutzt fühlst, Dinge für andere tust, die du eigentlich nicht willst, und danach mit schlechtem Gewissen oder Erschöpfung kämpfst, findest du hier fünf konkrete Ansätze, um deine Bedürfnisse ernst zu nehmen und klarer für dich einzustehen.
Hinter der Schwierigkeit, Grenzen zu setzen, steckt selten Bequemlichkeit. Meistens sind es tiefsitzende Ängste und alte Erfahrungen, die dich zurückhalten.
Typische Gründe, warum du deine Grenzen übergehst:
Mit der Zeit führt das dazu, dass du nicht mehr genau weißt, was du eigentlich willst oder wo deine Grenze verläuft. Im schlimmsten Fall „verlernst“ du das Nein sagen komplett.
Christina beschreibt es so: Viele hören irgendwann auf, ihre Grenzen zu äußern, „weil das ja schließlich so und so nicht akzeptiert wurde“. Das Ergebnis: Du funktionierst nach außen, aber innerlich wirst du immer erschöpfter.
Bevor du Grenzen setzen kannst, musst du sie kennen. Oft ist genau das das Problem: Du merkst erst sehr spät, dass etwas zu viel war.
Stell dir vor, du besitzt ein Grundstück, aber es gibt keinen Zaun. Menschen laufen darüber, machen dort Spaziergänge, und am Anfang stört dich das vielleicht gar nicht. Doch irgendwann möchtest du dein Grundstück für dich nutzen – und es nervt dich, dass ständig andere darauf unterwegs sind.
Wenn du dich dann beschwerst, sind die anderen überrascht. Für sie war nicht erkennbar, dass es „dein Bereich“ ist. Es gab ja keinen Zaun.
Genauso ist es mit deinen persönlichen Grenzen: Wenn du sie selbst nicht klar spürst und nicht kommunizierst, können andere sie kaum respektieren.
Christina empfiehlt, dich in konkreten Situationen bewusst zu fragen:
Wichtig: Oft bist du selbst die Person, die diese Grenze überschreitet. Besonders, wenn du sehr perfektionistisch bist, dir kaum Pausen gönnst oder ständig über deine Belastungsgrenze gehst.
Ein zentraler Lernschritt – auch in Christinas eigener Burnout-Erfahrung – ist:
Sobald du deine Grenzen besser kennst, geht es darum, sie nach außen zu vertreten. Besonders bei Familie und engen Freund:innen ist das oft herausfordernd, weil sie es gewohnt sind, dass du bisher fast immer Ja gesagt hast.
Hilfreich ist, deine Grenzen in Ich-Form zu formulieren, zum Beispiel:
So machst du deutlich, wie es dir geht, ohne dein Gegenüber anzugreifen.
Es gibt Menschen, die Grenzen immer wieder testen oder schlicht ignorieren. In solchen Fällen darfst du deutlicher werden. Ein möglicher Satz ist:
„Vielen Dank für deinen Hinweis, aber ich diskutiere an diesem Punkt meine Entscheidung nicht mehr.“
Du kannst das abschließend noch weicher formulieren, zum Beispiel mit:
Wenn deine Grenze trotzdem wiederholt überschritten wird, ist es im Extremfall notwendig, die Situation zu verlassen. Auch das ist eine Form von gesunder Selbstfürsorge.
Gerade wenn du erst damit beginnst, Grenzen zu setzen, kann ein direkter, klarer Nein-Satz sich sehr hart anfühlen. Christina empfiehlt, mit Kompromissen zu arbeiten, um den Einstieg zu erleichtern.
Ein möglicher Weg kann sein:
Dadurch passiert zweierlei:
Auch dein Umfeld braucht Zeit, sich an deine neuen Grenzen zu gewöhnen. Früher warst du vielleicht die Person, die „zu ganz vielen Sachen Ja gesagt hat“. Jetzt lernen andere, dass du Prioritäten setzt – und du lernst, dich dabei nicht schuldig zu fühlen.
In Situationen, in denen deine Grenzen verletzt werden, reagierst du möglicherweise spontan und emotional: laut, genervt, motzig. Das ist verständlich, macht es deinem Gegenüber aber oft leichter, dich nicht ernst zu nehmen.
Christinas vierter Tipp lautet deshalb:
Wenn du deine Grenze nüchtern und klar aussprichst, wirst du in der Regel ernster genommen und besser gehört.
Auch wenn du schon emotional reagiert hast, kannst du jederzeit einen Schritt zurückgehen und die Situation neu sortieren. Zum Beispiel so:
Damit holst du dich selbst aus der Überreaktion heraus und machst zugleich deutlich, dass dein Anliegen wichtig ist. Grenzen setzen bedeutet nicht, perfekt zu kommunizieren, sondern immer wieder bewusst zu dir zurückzukehren.
Empathische Menschen haben oft ein besonderes Problem mit Grenzen: Sie fühlen stark mit anderen, übernehmen deren Emotionen und können sie schwer von den eigenen unterscheiden. Plötzlich fühlst du dich schlecht, nur weil es jemand anderem schlecht geht.
Christina empfiehlt, dir in kritischen Situationen bewusst die Frage zu stellen:
Um dich innerlich besser abzugrenzen, können kleine mentale Übungen unterstützen, zum Beispiel:
Solche Bilder können dir helfen, bei dir zu bleiben, anstatt automatisch die Verantwortung für das Befinden anderer zu übernehmen.
Christina betont, wie wichtig es ist, dich nicht zusätzlich zu verurteilen, wenn das Grenzen setzen nicht sofort klappt. Du lernst hier etwas Neues, das du dir über Jahre oder Jahrzehnte abtrainiert hast.
Wenn du eigentlich Nein sagen wolltest und wieder Ja gesagt hast:
Diese freundliche, geduldige Haltung dir selbst gegenüber ist eine viel bessere Grundlage, als dich innerlich fertigzumachen. Jede bewusste Entscheidung – auch wenn sie noch nicht perfekt ist – ist ein Schritt hin zu mehr Selbstrespekt und innerer Ruhe.
Wenn du tiefer in die Themen Angst, Überforderung, Stress, negative Gedanken, Selbstliebe und Gelassenheit einsteigen möchtest, bietet Christina dazu einen Onlinekurs an. Dort lernst du, Schritt für Schritt mehr Lebensfreude und innere Stabilität in deinen Alltag zu holen.
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