Soforthilfe bei Angstzuständen

3 Fragen, die wirklich helfen

14.08.2025
Folge 359 | Soforthilfe bei Angstzuständen – 3 Fragen, die wirklich helfen

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

Angst unplugged: Das Angst-Interview – 3 Fragen für schnelle Soforthilfe

Akute Angstzustände können sich anfühlen wie ein innerer Alarm, der einfach nicht ausgeht. In dieser Folge von „Angst unplugged“ stellt Christina dir ein einfaches, aber wirkungsvolles Tool vor: das Angst-Interview.

Mit nur drei gezielten Fragen kannst du deine Angst besser verstehen, sie einordnen und dich selbst beruhigen – statt dich vom Gedankenkarussell mitreißen zu lassen.

1. „Liebe Angst, was möchtest du mir gerade sagen?“

Die erste und wichtigste Erkenntnis: Angst ist nicht dein Feind. Sie versucht oft, dich auf etwas hinzuweisen. Deshalb startet das Angst-Interview immer mit der Frage:

„Was genau, liebe Angst, willst du mir denn jetzt gerade sagen?“

Statt die Angst wegzuschieben oder „durch sie hindurch“ zu müssen, lädst du sie bewusst ein, dir ihre Botschaft zu zeigen. Häufig steckt dahinter:

  • ein inneres Nein zu einer Situation („Vielleicht willst du da gar nicht hin“)
  • ein Hinweis auf eigene Grenzen, die du gerade übergehst
  • ein unbewusster Schutzmechanismus, der dich vor Überforderung bewahren will

Indem du die Angst direkt ansprichst, veränderst du deine innere Haltung. Du kämpfst nicht mehr gegen sie, sondern hörst ihr zu. Das nimmt oft sofort etwas Druck aus der Situation.

Hilfreiche Umsetzung im Alltag:

  • Nimm dir 2–3 Minuten Zeit und schließe kurz die Augen.
  • Stell dir deine Angst wie eine Person oder Figur vor.
  • Frag innerlich: „Warum bist du gerade da? Was willst du mir sagen?“
  • Schreib dir die erste Antwort, die auftaucht, ungefiltert auf.

Je öfter du diese Frage stellst, desto leichter erkennst du Muster: Situationen, Menschen oder Themen, bei denen deine Angst besonders oft auftaucht.

2. Was ist wirklich wahrscheinlich – nicht nur theoretisch möglich?

Die zweite Frage im Angst-Interview hilft dir, dein Kopfkino zu sortieren. Viele therapeutische Ansätze arbeiten mit der Idee, den „Worst Case“ durchzuspielen. Christina beschreibt, warum sich das für sie bei extremen Ängsten, wie Flugangst, nicht stimmig anfühlte:

„Zu denken, okay, das Schlimmste ist, das Flugzeug stürzt ab – das passiert halt einfach nicht.“

Darum erweitert sie die klassische Frage um einen entscheidenden Zusatz. Die zweite Frage lautet:

„Was wäre das Schlimmste, was passieren kann – und wie wahrscheinlich ist das wirklich?“

Gerade bei existenziellen Ängsten (Flugzeugabsturz, Tod, etwas passiert den Kindern) führt das gedankliche Durchspielen des absoluten Horrorszenarios nur zu noch mehr Anspannung. Sinnvoller ist es, den Fokus zu verschieben:

  • Ja, was ist das Schlimmste? (z. B. „Das Flugzeug stürzt ab.“)
  • Aber vor allem: Wie realistisch ist das?
  • Und noch hilfreicher: Was passiert im wahrscheinlichsten Fall?

Beispiele:

  • Flugangst:
    – Worst Case im Kopf: Absturz und Tod.
    – Wahrscheinlichster Fall: „Ich stürze nicht ab.“
    – Zweitwahrscheinlich: „Es gibt Turbulenzen, vielleicht eine unschöne, aber sichere Notlandung.“
  • Prüfungsangst:
    – Worst Case: „Ich falle durch die Prüfung.“
    – Das ist unangenehm, aber noch annehmbar und oft korrigierbar (Wiederholung, neue Chance).

Statt dein Worst-Case-Szenario in allen Details auszumalen, frag dich also:

  • Was passiert im wahrscheinlichsten Fall?
  • Was ist die wahrscheinlichste Ursache meiner Angst?

Diese Perspektive erdet dich. Sie holt dich aus der Katastrophenfantasie zurück in eine realistischere Einschätzung der Situation.

3. Was würde ich einer anderen Person in dieser Situation sagen?

Die dritte Frage des Angst-Interviews hilft dir, milder mit dir selbst zu werden. Wir sind oft extrem streng mit uns, gerade wenn wir Angst haben:

„Wir machen uns selbst meistens noch fertig, wenn wir Angst haben und sind nicht liebevoll mit uns, so wie wir vielleicht zu anderen sind.“

Darum lautet die dritte Frage:

„Was würde ich einer Person sagen, die gerade in der gleichen Situation ist wie ich?“

Stell dir vor, eine Freundin, ein Freund oder dein Kind erlebt genau das, was du gerade durchmachst:

  • Welche ermutigenden Worte würdest du wählen?
  • Wie würdest du beruhigen und unterstützen, ohne abzuwerten?
  • Was würdest du sagen, um Verständnis zu zeigen?

Auffällig ist: Für andere finden wir meist sofort tröstende, mitfühlende Sätze. Für uns selbst eher selten. Genau hier setzt die Übung an.

So kannst du es konkret machen:

  • Schreib dir 3–5 Sätze auf, die du einer anderen Person in deiner Lage sagen würdest.
  • Formuliere sie ruhig in der Du-Form, z. B.:
    „Du darfst Angst haben, das macht dich nicht schwach.“
    „Es ist verständlich, dass dich die Situation gerade überfordert.“
    „Du musst da nicht alleine durch.“
  • Versuche dann, dir diese Sätze selbst zu sagen oder laut vorzulesen.

Am Anfang kann sich das ungewohnt anfühlen. Es ist eine Übungssache, dir selbst so liebevoll zu begegnen, wie du es automatisch bei anderen tust. Mit der Zeit wird es leichter – und deine innere Stimme wird freundlicher.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Warum es okay sein kann, nicht überall hinzugehen, wo dein Kopf „muss“ sagt.
  • Wie das Angst-Interview dir hilft, aus dem Gedankenkarussell auszusteigen.
  • Warum du deine drei Fragen am besten aufschreibst und griffbereit hast.
  • Ermutigung, die Folge mehrfach anzuhören, um die drei Fragen zu verinnerlichen.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Akute Angst & Panik". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Akute Angst & Panik"

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