Wie sprichst du mit dir selbst?

Die Macht der Worte!

27.06.2022
Angst Unplugged ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Christina spricht mit interessanten Interview Gästen über Themen rund um Ängste und Mentale Gesundheit und berichtet aus ihrem Weg aus Angst und Burnout.

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

Die Macht der Worte: Wie deine Sprache dein Leben prägt

In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Diplom-Soziologin und Angst-Expertin Christina Hillesheim darüber, wie sehr unsere Worte unsere innere Welt – und damit unser ganzes Leben – beeinflussen. Gerade nach ihrem Burnout wurde ihr klar, wie hart und unfair sie selbst mit sich gesprochen hat.

Wenn du unter Angst, Selbstzweifeln oder Dauerstress leidest, ist deine Sprache ein machtvoller Hebel. Was du den ganzen Tag über dich, dein Leben und deine Möglichkeiten denkst und sagst, wird Schritt für Schritt zu deiner Realität.

Die vier Sätze, mit denen du dich klein hältst

Ein Zitat, das Christina stark geprägt hat, ist:

„Achte auf deine Sprache, denn sie wird zu deiner Realität.“

Um deutlich zu machen, wie sehr Worte wirken, schaut sie auf vier typische Sätze, mit denen wir uns selbst ausbremsen – oft völlig unbewusst.

1. „Ich muss …“ – der Satz, der Druck macht

„Ich muss noch arbeiten. Ich muss das Projekt fertig machen. Ich muss zu diesem Termin.“

Dieses kleine Wort „muss“ erzeugt enormen inneren Druck. In Wahrheit musst du viel weniger, als du glaubst.

Frage dich ehrlich:

  • Musst du wirklich – oder willst du etwas erreichen?
  • Welches Ergebnis willst du mit dieser Handlung erzielen?

Beispiel: „Ich muss zur Arbeit.“ Stimmt das?

  • Du gehst zur Arbeit, weil du deinen Job behalten möchtest.
  • Du willst nicht gekündigt werden und dein Einkommen sichern.

Wenn du dir sagst „Ich muss“, erzählst du dir innerlich, dass du keine Wahl hast. Das verstärkt Stress und Ohnmachtsgefühle – gerade bei Angst und Überforderung.

Ersetze „Ich muss“ so oft wie möglich durch Sätze wie:

  • „Ich will …, weil mir wichtig ist, dass …“
  • „Ich entscheide mich heute dafür, …“

So holst du dich aus der Opferrolle zurück in deine Gestaltungskraft.

2. „Ich kann nicht …“ – die unsichtbare Selbst-Sabotage

„Ich kann das nicht. Ich kann einfach nicht damit aufhören. Ich kann nicht anders.“

Christina macht deutlich: In den allermeisten Fällen stimmt dieser Satz nicht. Du bist kein kleines Kind mehr, das vieles noch nicht kann. Du bist grundsätzlich zu sehr viel fähig.

Die entscheidende Frage ist nicht: Kann ich das?

Die entscheidende Frage ist: Tu ich es?

Typisches Beispiel: Rauchen.

  • „Ich kann einfach nicht mit dem Rauchen aufhören.“
  • Doch, du kannst. Du triffst nur (noch) nicht die Entscheidung, es wirklich zu tun und dran zu bleiben.

Wenn du dir immer wieder sagst „Ich kann nicht“, dann:

  • entmutigst du dich selbst,
  • nimmst dir eigene Handlungsfähigkeit,
  • erzählst dir im Grunde eine Lüge.

Stattdessen kannst du anders formulieren:

  • „Ich habe bisher nicht damit aufgehört.“
  • „Ich entscheide mich, einen neuen Weg zu gehen.“
  • „Es fällt mir schwer, aber ich bin bereit, dranzubleiben.“

Diese Sprache anerkennt, dass es herausfordernd ist, ohne dir deine Fähigkeit abzusprechen.

3. „Ich versuche es …“ – der halbe Schritt, der selten trägt

„Ich versuche, dich anzurufen. Ich versuche, daran zu denken. Ich versuche, das zu ändern.“

„Versuchen“ klingt nett, ist aber oft ein versteckter Rückzieher. Wie Christina sagt: Entweder du machst etwas – oder du machst es nicht.

Wenn du sagst „Ich versuche es“, gehst du innerlich oft schon zu 50 % davon aus, dass es nicht klappt. Dein System bleibt im „Vielleicht“ hängen, statt eine klare Entscheidung zu treffen.

Das hat Folgen:

  • Du bleibst unklar dir selbst gegenüber.
  • Du sendest gemischte Signale an andere.
  • Du programmierst dich innerlich eher auf Nichteinhalten.

Spüre einmal den Unterschied:

  • „Ich versuche, dich anzurufen.“
  • „Ich rufe dich morgen zwischen 18 und 19 Uhr an.“

Statt „Ich versuche …“ sag ganz bewusst:

  • „Ich mache das.“
  • „Ich entscheide mich, das zu tun.“
  • „Nein, ich mache das nicht.“ (auch das ist eine klare, entlastende Entscheidung)

Klare Sprache unterstützt klare Handlungen – und das stärkt dein Vertrauen in dich.

4. „Ich bin …“ – und was danach kommt, formt dein Leben

Einer der kraftvollsten Sätze überhaupt beginnt mit: „Ich bin …“

Oft folgen darauf automatisch negative Zuschreibungen, vor allem bei Menschen mit Angst und Selbstzweifeln:

  • „Ich bin nicht gut genug.“
  • „Ich bin zu schwach.“
  • „Ich bin kompliziert.“

Christina lädt dich ein, einmal ganz ehrlich hinzuspüren:

  • Was kommt dir spontan in den Kopf, wenn du den Satz „Ich bin …“ beenden sollst?
  • Welche Wörter tauchen als erstes auf?

Das zeigt dir, was du wirklich über dich glaubst – und auch, wie du die Welt und das Leben siehst. Bist du eher vertrauensvoll und positiv oder eher skeptisch und negativ?

Warum das so wichtig ist:

  • So wie du denkst, so fühlst du dich.
  • So wie du dich fühlst, so handelst du.
  • Und aus deinen Handlungen entsteht dein Alltag und dein ganzes Leben.

Formulierungen wie:

  • „Ich bin nicht gut genug.“
  • „Ich bin immer zu ängstlich.“

halten dich innerlich gefangen. Du erschaffst dir mit diesen „Ich bin“-Sätzen deine eigene enge Box.

Beginne, neue „Ich bin“-Sätze zu etablieren, zum Beispiel:

  • „Ich bin auf dem Weg.“
  • „Ich bin bereit zu lernen.“
  • „Ich bin wertvoll, auch wenn ich Angst habe.“

Je öfter du diese Sätze denkst und aussprichst, desto mehr verändern sie deine innere Realität.

Drei Schritte, um deine innere Sprache zu verändern

Wie kommst du nun konkret raus aus diesen alten Mustern? Christina schlägt drei einfache, aber wirksame Schritte vor, mit denen du im Alltag starten kannst.

1. Wahrnehmen: Wie sprichst du wirklich?

Der erste Schritt ist immer Bewusstsein. Beobachte ein paar Tage lang:

  • Was denkst du über dich, dein Leben, deine Möglichkeiten?
  • Wie sprichst du mit dir selbst – innerlich und laut?
  • Wie sprichst du über dich vor anderen?
  • Wie redest du mit anderen Menschen?

Versuche, deine Sätze innerlich zu „mithören“, ohne dich zu verurteilen. Es geht nur darum, ehrlich zu sehen, was ohnehin schon da ist.

2. Überprüfen: Stimmt das überhaupt?

Im zweiten Schritt stellst du deine Gedanken freundlich infrage:

  • Ist dieser Gedanke wirklich wahr?
  • Stimmt das zu 100 % – oder erzähle ich mir eine alte Geschichte?
  • Hilft mir dieser Satz oder hält er mich klein?

„Ich muss“, „Ich kann nicht“, „Ich versuche“ oder „Ich bin nicht gut genug“ sind oft Gewohnheitssätze, keine Tatsachen.

3. Ersetzen: Formuliere neue, stärkende Gedanken

Immer wenn dir ein alter, belastender Gedanke auffällt, tausche ihn bewusst gegen einen neuen aus. Zum Beispiel:

  • Aus „Ich muss“ wird: „Ich entscheide mich, …, weil mir wichtig ist, dass …“
  • Aus „Ich kann nicht“ wird: „Es fällt mir schwer, aber ich bin bereit, es zu üben.“
  • Aus „Ich versuche es“ wird: „Ich mache das“ oder „Nein, ich mache das nicht“
  • Aus „Ich bin nicht gut genug“ wird: „Ich bin auf dem Weg und ich bin wertvoll, so wie ich bin.“

Neue Gedanken wie:

  • „Ich kann das tun.“
  • „Ich werde das tun.“
  • „Ich entscheide mich dafür, …“
  • „Ich bin bereit für Veränderung.“

geben dir spürbar mehr Kraft und Handlungsspielraum. Je öfter du sie wiederholst, desto natürlicher werden sie – und desto mehr verändert sich dein Erleben.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Warum dir deine Sprache nach einem Burnout besonders klar den inneren Druck zeigt.
  • Wie automatische Gedanken im Hintergrund ablaufen, ohne dass du sie bemerkst.
  • Warum schon kleine sprachliche Korrekturen deinen Alltag leichter machen können.
  • Ermutigung, liebevoller mit dir zu sprechen und Schritt für Schritt Neues auszuprobieren.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Selbstliebe & Selbstbewusstsein". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Selbstliebe & Selbstbewusstsein"
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