Ursache von Stress und was man dagegen tun kann

Ursachen für Stress & Angst und was man dagegen tun kann

Zu diesem Beitrag gibt es auch eine Podcast Folge von mir, du kannst sie dir hier anhören. Angst, Stress & negative Gefühle aller Art haben fast immer eine Ursache. Und diese Ursache liegt oft in einem Leben, das nicht zu uns und unseren wirklichen inneren Bedürfnissen und Wünschen passt. Ich hatte selbst im Jahr 2016 ein schweres Burnout und stelle in diesem Beitrag 4 mögliche Ursachen für Stress & Angst vor und was man dagegen tun kann.

1. Ja statt Nein sagen

Vielen Menschen fällt es schwer, ein Nein zu äußern. Gerade bei Familie und Freunden haben wir oft ein schlechtes Gewissen und ein schlechtes Gefühl ihnen etwas abzuschlagen und klar und deutlich ein Nein zu formulieren. Das hat zur Folge, dass wir oft Ja sagen, obwohl wir eigentlich Nein meinen. Wir fangen damit an, Dinge gegen unseren Willen zu tun, fühlen uns schlecht und schleppen fortan dieses schlechte Gefühl weiter mit uns herum. Nun macht natürlich ein Ja zu viel den Braten nicht fett. Uns ab und zu zu etwas überreden zu lassen bzw. uns zu etwas zu überwinden, schadet und selbst natürlich noch nicht wirklich. Im Normalfall können wir das gut ausbalancieren und tolerieren, indem wir uns beispielsweise danach gut um uns selbst kümmern oder uns etwas gönnen. Mit der Zeit passiert es jedoch häufig, dass es immer mehr Jas werden und immer weniger Neins. Und am Ende wissen wir dann oftmals gar nicht mehr: Was möchte ich eigentlich selbst und was wollen die anderen? Es fällt uns zunehmend schwerer unsere eigenen Bedürfnisse von denen der anderen zu unterscheiden und uns abzugrenzen.

Und das ist eine Ursache für Stress und Angst. Ein häufiger Grund einer Depression oder eine eine Angststörung ist nämlich die fehlende Abgrenzung gegenüber anderen Menschen. Wenn wir ständig gegen unseren eigenen Bedürfnisse handeln, staut sich eine ungeheure Wut in uns auf. Statt sie aber nach Außen zu richten und das zu unterlassen, was uns so wütend macht, richten wir sie nach innen, an uns selbst. Dass das auf Dauer nicht gesund sein kann, versteht sich von selbst.

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<p>Anfangen in uns hinein zu spüren, was wollen wir und was wollen wir nicht? Hier ist oftmals unser Körper ein sehr guter Ratgeber, weil wir wirklich oft intuitiv spüren, wenn etwas nicht so läuft, wie wir es uns wünschen. Wir haben nur verlernt auf uns und unseren Körper zu hören. Ein guter Hinweis ist immer, wie sich etwas auf der Brust anfühlt. Weit oder eng? Wenn sich etwas für uns nicht gut anfühlt, sollten wir es auch nicht tun und uns dagegen entscheiden. Das Nein sagen kann am Anfang etwas dauern und man wird sich nach den ersten Neins schlecht fühlen bzw. ein schlechtes Gewissen haben. Das muss man jedoch

2. Zu viel auf einmal (wollen)

Gerade in der heutigen Zeit – wo prinzipiell alles möglich ist – wollen wir oft zu viel und am besten alles sofort und gleichzeitig. Wenn wir uns selbst und unserem Leben zu wenig Zeit geben, laufen wir Gefahr, dass wir uns selbst überholen. Wir fordern uns immer weiter und brennen am Ende aufgrund unserer eigenen Forderungen an uns selbst aus. Auch mit Dingen, die uns im Prinzip Spaß machen, können wir uns stressen. Auch eine richtig große Leidenschaft kann zum Burnout führen. Oftmals ist es sogar diese große Vision und der unbändige Glaube an etwas, der uns ausbrennen lässt. Zu viel zu schnell zu wollen ist gerade heute oft eine mögliche Ursache für Stress, Angst und Burnout.

Hier kann es helfen, sich Listen zu machen und eine Strategie bzw. einen Plan zu machen, wann und wie etwas umgesetzt wird. So haben wir eine klare Struktur, an die wir uns halten können und stellen sicher, dass wir nichts vergessen. Wir signalisieren unserem Geist damit: Es wird alles gemacht werden, nur eben nicht auf einmal. Nicht nur für Kindern sind Strukturen wichtig, sich mehr zu strukturieren gibt auch uns Erwachsenen mehr Halt und Sicherheit. 

Auch im privaten Bereich

Manchmal wollen wir aber auch im privaten Bereich zu viel. Gerade als Frau ist man da aufgrund der „biologischen“ Uhr manchmal sehr unter Druck. Viele Frauen bekommen Kinder (zu schnell hintereinander) bevor sie sich wirklich bereit fühlen, weil die Uhr (manchmal auch nur gefühlt) immer weiter tickt. Natürlich ist dem Kinder-kriegen irgendwann aus biologischer Sicht ein Ende gesetzt. Trotzdem ist es denke ich wichtig, sich selbst nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Der Gedanke, dass mein Leben in meinem ganz eigenen Tempo läuft und alles so kommen wird, wie es soll, hat mir persönlich sehr geholfen. Denn oftmals sind es auch die ewigen Vergleiche mit den anderen, die uns zusätzlich zu schaffen machen. Ich habe meinen Sohn auch erst mit 37 Jahren bekommen und kann daher diese Thematik sehr gut verstehen. 

3. Schlechte Erfahrungen und Ungeheiltes aus der Vergangenheit

Dabei kann es sich um einen Lehrer handeln, der ungerecht zu uns war oder ein Vater/eine Mutter, die uns häufig kritisiert haben. Manche Menschen haben auch sehr belastende Traumata erfahren wie Missbrauch oder Ähnliches erfahren. Durch diese extreme psychische und physische Belastung entstehen auch oft viele Spätfolgen wie Depressionen und Ängste. Bei sehr traumatischen Erlebnissen sollte man auf jeden Fall einen Arzt und einen Therapeuten aufsuchen, die können hier oft wirklich gute Hilfe leisten. 

Kleinere „Belastungen“ aus unserer Kindheit können wir oft selbst heilen. Zum Beispiel durch Arbeit mit dem inneren Kind. Eine schöne Übung, um erst einmal Kontakt mit dem inneren Kind aufzunehmen ist die Foto Übung. Achtung: Bei schweren Traumata immer einen Therapeuten aufsuchen und mit ihm solche Dinge absprechen. Dafür krame einfach mal in alten Kisten und Kartons und schaue dir bewusst alte Fotos von dir an. Vielleicht kommen dabei noch einmal ganz andere Sichtweisen und Erinnerungen hoch. Frage dich beim ansehen der Fotos auch nochmal bewusst, wie du dich damals gefühlt hast. 

Oftmals sind wir aber auch durch vergangene Beziehungen und unschöne Trennungen vorbelastet. Vielleicht kennst du das auch, dass du gerade beim Thema Liebesbeziehungen das Gefühl hast, dass dir „immer derselbe Mist“ passiert. Wer auf diesem Gebiet wirklich ein Profi ist und wen ich in meinem Online Kurs auch immer wieder empfehle ist die Autorin und Psychologin Stefanie Stahl.

Was auch helfen kann ist die Erkenntnis, dass unsere Zukunft nicht automatisch so aussehen muss, wie unsere Vergangenheit. Wir haben in jedem Moment die Möglichkeit, neu zu wählen und uns gegen etwas zu entscheiden bzw. etwas anders zu machen. Das vergessen wir oft.

4. Schicksalsschläge

Leider können wir eines in unserem Leben nicht kontrollieren: Welche Schicksalsschläge uns ereilen. Das einzige, was wir kontrollieren können ist unsere Reaktion darauf. 

Es gibt aber leider viele Menschen, denen ist wirklich Schreckliches widerfahren. Und viele Dinge sind einfach sehr schwer zu verkraften. Und da geht uns im ersten Moment einfach jegliches positives Denken und unsere Kraft verloren. Manchmal ist das verständlicherweise für die eigene Psyche zu viel. Und es ist vollkommen ok, dass man durch so etwas erstmal aus der Bahn geworfen wird. Gerade Trauer möchte auch gefühlt werden und unterdrückte Trauer kann ebenfalls zu Depressionen führen. Deshalb ist gerade bei Schicksalsschlägen ein bewusster Umgang mit den Gefühlen und diese auch wirklich zu fühlen und liebevoll anzunehmen so wichtig. 

Gegen wirklich schlimme Erfahrungen gibt es leider kein Allheilmittel. Manche Dinge sind einfach scheiße, um es mal so deutlich zu sagen. Und da kommt man auch mit sicher gut gemeinten (Coaching) Tipps und Ratschlägen nicht weiter. Was sagt mein einer Mutter, deren Kind vor Kurzem verstorben ist? Da verschlägt es auch mir manchmal die Sprache. Hier helfen Ärzte, Therapeuten und der Austausch mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben. Aber – das ist zumindest das, was viele Menschen mit schweren Schicksalsschlägen berichten – es lässt sich mit schlimmen Erfahrungen nach einiger Zeit irgendwann wieder gut leben. Und das gibt Hoffnung. 

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Blog Beitrag mit möglichen Ursachen für Stress und Angst ein bisschen helfen zu schauen, wo dir Ursache Deines „Unglücklich-Seins“ liegt und dich ermutigen aktiv zu werden und etwas gegen deine derzeitige Situation zu tun. Denn es gibt immer irgendetwas, das man tun kann, um Dinge zu ändern oder einfach erträglich zu machen. 

Alles Liebe für dich

Deine Christina 

 

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