Interview Aufmacher Jessica Koch - Dem Horizont so nah

Die Danny-Trilogie Autorin Jessica Koch im Interview

Jessica Koch hat mit ihrer Danny Trilogie über 500.000 Leser berührt. Schreiben war schon immer ihr Hobby, sie dachte jedoch nie darüber nach, dies auch professionell zu betreiben. Bis ihr Mann sie nach einigen Erzählungen dazu ermutigte, ihre eigene berührende Geschichte aufzuschreiben. Das Buch „Dem Horizont so nah“, das von ihrer ersten Liebe zu dem HIV positiven Danny erzählt, belegte wochenlang Platz 1 der Bestsellerlisten und war vor Kurzem sogar im Kino zu sehen. Im Interview mit Happy Dings erzählt sie von Danny,  ihrem Leben als Schriftstellerin sowie ihren Wünschen und Plänen für 2020.

Interview mit Bestseller Autorin Jessica Koch – über Danny, ihr Leben als Autorin und Pläne für 2020

Interview mit Jessica Koch

Interview mit Jessica Koch

Jessica, es freut mich unglaublich, dass Du die Zeit gefunden hast, mir ein Interview zu geben. Mich würde zuerst einmal interessieren, wann Du das Schreiben erstmals für Dich entdeckt hast?

Jessica Koch: Ich habe eigentlich schon immer geschrieben. Ich habe damals in der Schule mit zehn Jahren sogar einmal einen Schreibwettbewerb gewonnen (lacht). Und meine Lehrerin hat damals schon gesagt, dass ich später unbedingt etwas machen sollte, was mit Schreiben zu tun hat. Ich hatte das aber eigentlich schon wieder vergessen. Dann habe ich meinem Mann die Geschichte von meiner Jugendliebe Danny erzählt und er ermutigte mich, diese außergewöhnliche Geschichte aufzuschreiben. Und dieser erste Roman lief dann so gut, dass ich dabei geblieben bin.

Es blieb ja dann aber nicht bei einem Roman zu Danny, sondern es sind noch zwei weitere Folgeteile „Dem Abgrund so nah“ und „Dem Ozean so nah“ erschienen

Jessica Koch: Ja, ich hatte das zweite Buch „Dem Abgrund so nah“ schon direkt nach dem ersten Teil – eigentlich nur für mich -geschrieben. Mein Verleger hat es gelesen und war davon so begeistert, dass wir es ebenfalls veröffentlicht haben. Teil 3, „Dem Ozean so nah“ , habe ich dann für meine Leser geschrieben, weil sich so viele noch einen dritten Teil der Danny-Geschichte gewünscht haben.

Ja, viele Leser sind regelrecht in einen „Danny Bann“ gezogen und fangen an, ihn nach dem Buch zu googeln, um ein Bild oder ähnliches zu entdecken. Das ging mir übrigens ganz genauso.

Jessica Koch: Sie werden aber nichts zu ihm finden. In den 90ern war das Internet noch nicht sehr verbreitet, es wurde fast nichts „digitalisiert“. Außerdem achte ich sehr darauf, dass keine Fotos und Informationen zu ihm im Internet zu finden sind, da ich gerne seine Persönlichkeitsrechte wahren möchte.

Kam es denn vor, dass sich Leute bei Dir gemeldet haben, die Danny im echten Leben kannten?

Jessica Koch: Ja, das kam öfter vor. Zum Beispiel eine Freundin der Mutter, Mitarbeiter aus dem Kinderheim, Ex Freundinnen oder Freunde von Danny. Einige hatten auch Fotos. Es haben sich aber immer alle daran gehalten und es wurde nichts veröffentlicht. Da haben immer alle an einem Strang gezogen, das war wirklich immer sehr positiv.

Gerade das zweite Buch wurde ja auch oft kritisiert, weil es um Dannys Kindheit geht und den Missbrauch sehr detailgetreu wiedergibt. Ich persönlich finde es aber sehr wichtig, dass man die Augen vor solchen Dingen nicht verschließt, um betroffenen Kindern helfen zu können. Woher stammen diese Details im Buch?

Jessica Koch: Die Details stammen von Danny selbst und aus seinen Tagebüchern. Wir saßen oft nächtelang auf dem Boden – während andere im Kino oder in der Disco waren und haben diskutiert. Es war eine Art Therapie für ihn und ihn hat die Frage nach dem „Warum“ sehr beschäftigt. Aber darauf gab es natürlich keine Antwort.

Die Geschichte von Danny berührte so viele Menschen, dass der erste Teil der Trilogie „Dem Horizont so nah“ mittlerweile sogar verfilmt wurde. Er lief vor Kurzem auf der großen Leinwand im Kino. Was ist Deine Lieblingsszene aus dem Film?

Jessica Koch: Meine Lieblingsszenen sind die Szenen in Atlanta am Meer. Wo Danny am Strand diese Kindheitserinnerungen hat und wo Jessica und Danny später dann auch zelten.

Du warst aber laut Buch selbst nie in Atlanta?

Jessica Koch: Nein, das war ich nicht. Danny und ich waren aber oft in Italien. Im Kino hat man aber unsere Urlaube quasi durch Atlanta „ersetzt“, weil das einfach schönere Bilder gibt und auf der großen Leinwand optisch mehr hermacht.

Warum denkst Du waren die Danny Bücher so erfolgreich?

Jessica Koch: Ich glaube, meine Leser können sich einfach mit der Geschichte identifizieren. Das hätte so jedem passieren können. Alle fragen immer nach einem Erfolgsrezept, aber ich habe keines. Ich habe einfach „gemacht“. (lacht).

Da hast ja mittlerweile nach der Danny Trilogie noch weitere zwei Bücher veröffentlicht. Gibt es mittlerweile ein bestimmtes Schema, nach dem Du vorgehst, um Deine Bücher zu schreiben?

Jessica Koch: Nein, da gibt es keinen bestimmten Plan. Die Danny Trilogie ist ja meine eigene – also eine wahre – Geschichte. Und meine anderen Bücher sind auch immer an realen Geschichten von Menschen angelehnt. Ich lerne durch meine Bücher viele Menschen kennen und die erzählen mir oft ihre Lebensgeschichten. Daraus stricke ich dann meine Charaktere in meinen Büchern. Außerdem recherchiere ich natürlich sehr viel. Gerade, wenn es wie in meinem neuen Buch um das Segeln geht, habe ich mich stundenlang mit Menschen darüber ausgetauscht, die sich mit diesem Thema auskennen. Ich möchte ja, dass das Ganze für den Leser stimmig und realistisch bleibt.

Gibt es denn etwas, das Du mit Deinen Büchern gerne erreichen würdest? Was wäre das schönste Kompliment, das Dir jemand machen könnte, nach dem er Dein Buch gelesen hat?

Jessica Koch: Ich habe es mir mittlerweile zur „Aufgabe“ gemacht, Tabu-Themen anzusprechen. Ich möchte den Leser dazu anregen, hinter die Fassade zu blicken. Denn nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint. Ich freue mich einfach sehr, wenn ich meine Leser mit meinen Büchern emotional berühren kann. Ich möchte, dass sie einen Einblick in das Leben eines anderen bekommen. Denn diese Fähigkeit haben wir nicht mehr: sich selbst zurücknehmen und wirklich den anderen wahrzunehmen und mit ihm mitzufühlen.

Apropos berühren – was macht für Dich ganz persönlich ein glückliches Leben aus?

Jessica Koch: Wenn ich das wüsste (lacht). Ich denke Zufriedenheit und Gesundheit sind ganz wichtig. Gerade an der Zufriedenheit mangelt es sehr oft, weil viele Menschen immer noch mehr möchten. Allerdings kann Unzufriedenheit natürlich auch ein großer Antreiber sein, um etwas zu verändern und zu erreichen. Alles hat immer zwei Seiten.

An welchem Projekt arbeitest Du gerade?

Ich arbeite gerade an einem Buch, das vermutlich Mitte diesen Jahres erscheinen wird. Der Titel ist noch geheim. Aber meine Leser dürfen sich wieder über eine sehr emotionale Geschichte freuen, die in Teilen auch wirklich so passiert ist.

Was wünscht Du Dir für die Zukunft – privat sowie beruflich?

Privat würde gerne mehr reisen, tatsächlich mal nach Atlanta. Beruflich würde ich mich natürlich sehr freuen, wenn meine anderen Bücher auch verfilmt werden würden.

Liebe Jessica – vielen lieben Dank für das Interview! Am Ende meiner Interviews soll immer ein kleiner Spendenaufruf stehen. Welche Organisation hast Du Dir dafür ausgesucht und warum?

Jessica Koch: Ich würde mich freuen, wenn die Menschen an das Aids Hospiz im Schwarzwald spenden würden.

Signiertes Buch zu gewinnen

Zum Schluss gibt es auch noch etwas zu gewinnen und zwar ein signiertes Buch des Bestsellers „Dem Horizont sei nah“ von Jessica Koch. Dafür folgt mir einfach auf Instagram oder Facebook und schreibt mir in die Kommentare, warum gerade Ihr das Buch gewinnen möchtet. Das Gewinnspiel endet am 1. Februar 2020 um 24 Uhr. Die Teilnahmebedingungen zum Gewinnspiel findet Ihr hier. 

Über die Autorin: Jessica Koch – der Name ist eigentlich ein Pseudonym, der ihr aber mittlerweile so in Fleisch und Blut übergegangen ist, dass er sogar außen an der Haustür steht – wuchs in einem kleinen Dorf mit 2000 Einwohnern in der Nähe von Ludwigsburg auf. Zwischen Feldern und Pferdeställen, in denen sie den Großteil ihrer Kindheit verbrachte. Heute ist die Autorin verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in der Nähe von Heilbronn.
www.jessicakoch.com

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3 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Tolles Interview! Ich folge dir auf Facebook.
    Ich würde gerne das Buch gewinnen, da ich es bisher nur als Ebook habe. Die Geschichte hat mich so gefesselt, dass ich die Bücher sofort lesen musste. Außerdem habe ich seit kurzem ein Lesezeichen von „Dem Horizont so nah“ – das muss auch noch in das richtige Buch gesteckt werden. 😉

    Antworten
  • Sonjas W. (Sonjas Bücherecke)
    12. Januar 2020 8:18

    Hallo, ihr seit einfach klasse. Ein spitzen Interview. Der Film war gigantisch und glaube es saß niemand im Kino, bei dem die Tränen nicht geflossen sind. Eine Geschichte, die einfach unter die Haut geht.
    Wünsche euch einen schönen Sonntag.
    Liebe Grüße
    Sonja

    Antworten
  • Über den Gewinn des Buches würde ich mich riesig freuen.
    Der Film und die Geschichte haben mich so sehr berührt. Eine Geschichte, die einen nicht kalt lassen kann! Daher würde ich gerne das Buch lesen.

    Ich folge dir auf Instagram.

    Liebe Grüße
    Stefan

    Antworten

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