Raus aus dem Hamsterrad – warum du viel weniger musst, als du denkst

In der heutigen Zeit dreht sich fast alles um die folgenden Fragen: Wer hat die steilere Karriere hingelegt, wer fährt das dickere Auto, wer hat das größte Haus oder wer hat sich die schönste, erfolgreichste Frau/den schönsten, erfolgreichsten Mann an Land gezogen?  Vor lauter Oberflächlichkeiten und dem Streben nach immer mehr und noch mehr vergessen wir aber leider nur allzu oft das, was im Leben wirklich wichtig ist. Und vor lauter Orientierung an den anderen, haben wir die einzige Orientierung verloren, die im Leben wirklich zählt: Die Orientierung an uns selbst, an unseren Wünschen und Bedürfnissen, an dem, was uns in unserem Leben Freude macht*.

Die Sache ist, dass wir denken, wir haben keine Wahl. Wir sind der festen Überzeugung, dass wir die einzelnen „Stationen“ des Lebens perfekt ablaufen müssen, dass sich unser Leben ständig ändern, weiterentwickeln und besser werden muss. So, wie es gerade ist, ist es niemals gut genug. Wer gut genug definiert? Keine Ahnung, vermutlich die „anderen“, die „Gesellschaft“. Und hier hinkt diese Logik eigentlich schon. Zumindest wenn man einmal bewusst darüber nachdenkt, dass man sich von anderen Menschen – die meisten davon kennen wir noch nicht einmal – sein eigenes Leben diktieren lässt. Wir lassen uns also von anderen sagen, was für uns selbst richtig oder falsch sein soll. Dabei kennen die anderen zwar ihr eigenes Leben ziemlich gut, unseres aber eben nicht. Woher sollen sie dann also wissen, was für uns das beste ist?

Der Master Plan

Schon als Kinder wollten wir oft das, was unsere Freunde hatten. Und ich kann mich noch gut erinnern, wie unnötig ich es fand und wie genervt ich war, wenn meine Eltern mit dem abgenutzten Satz: „Und wenn XY aus dem Fenster springt, springst Du dann auch?“ ankamen. Dieses Argument hat nämlich schon damals jede weitere Diskussion im Keim erstickt. Und zwar nicht einfach nur so, sondern weil es so wahr ist. Heute sollten wir uns genau diese Frage öfter mal selbst stellen. Denn was andere Menschen tun, haben oder nicht haben, hat mit unserem eigenen Leben nicht das Geringste zu tun.

Die meisten von uns haben diesen „Master-Plan“, den es in ihrem Leben zu erfüllen gilt: Karriere machen, auf Weltreise gehen, Partner kennenlernen, heiraten, Kinder kriegen, Haus bauen, Hund anschaffen und so weiter und so fort. Das alles sind in der heutigen Gesellschaft wohl „gängige“ Wege zum Glück, wie es scheint. Aber die Realität ist am Ende wohl der beste Beweis dafür, dass es im Leben eben nicht immer so laufen soll oder muss. Warum haben wir dann, sobald es nicht so wie oben läuft, trotzdem so oft das Gefühl, dass mit uns und unserem Leben irgendetwas falsch läuft? Das etwas (mit uns) nicht stimmt? Das wir wo anders sein sollten, als wir jetzt gerade sind? Dass wir mehr erreicht haben sollten –  eine größere Wohnung, einen besseren Job, mehr Geld – you name it.

Was will ich wirklich?

Und wenn ich so länger darüber nachdenke, weiß ich manchmal auch gar nicht mehr so genau, ob es eigentlich das Leben ist, das ich aus tiefstem Herzen wirklich führen möchte. Oder ob ich nur glaube es führen zu wollen, weil ich von anderen gehört habe, dass es wohl das ultimative Glück sein soll. Wie ultimativ es am Ende dann wirklich ist: Wer weiß das schon. Das Problem mit großen Plänen und Träumen, die auf jeden Fall in Erfüllung gehen sollen, ist ja folgendes: Wir denken, wenn wir dies und das in der Zukunft erreicht haben, DANN sind wir glücklicher. DANN sind wir angekommen. DANN gehören wir irgendwo dazu. Sind sicher. Zufrieden. Mit uns selbst im Reinen. Und dann haben wir all das und merken plötzlich: Sind wir ja gar nicht! Denn wir sind immer nur genau so glücklich, wie wir uns in unserem inneren fühlen (wollen). Zu jedem Zeitpunkt. Alles andere ist nichts anderes als eine Illusion.

Du musst weniger, als du denkst

Es ist deshalb wichtig, dass du dich von Zeit zu Zeit mal daran erinnerst: Du musst nichts Großartiges schaffen, leisten oder erreichen. Du musst niemandem etwas beweisen. Du musst nicht immer funktionieren. Nicht für dich selbst und schon gar nicht für die anderen. Du musst keinen gut bezahlten Job haben, du musst nicht heiraten, keine Kinder kriegen, kein Haus bauen. Du musst nicht dreimal im Jahr in den Urlaub fahren, keine fernen Länder sehen, dich nicht ständig selbst finden und dich nicht immer weiter entwickeln. Du musst nicht besonders eloquent, gebildet, schön und kultiviert sein. Du musst keine großen Ziele haben, du musst noch nicht einmal irgendein Ziel haben. Du musst nicht für irgendetwas leben – denn es reicht, dass du überhaupt lebst! Denn das ist schon viel mehr, als die meisten von sich behaupten können. Sich einfach mal trauen glücklich zu sein, OHNE etwas Besonderes erreicht zu haben. Zu dir selbst zurückkehren und nach deinen eignen Wünschen und Vorstellungen leben, ohne ständig nur das zu tun, was die anderen von dir erwarten.

Der Poetry Slammer Khaleb Erdmann hat zu diesem Thema einen sehr ehrlichen Text geschrieben, den ich Euch an dieser Stelle nicht vorenthalten will:

Loslassen

Ich habe mir deshalb für die Zukunft vorgenommen, ein bisschen mehr loszulassen. Denn die Sache ist die: Wenn man permanent verkrampft ist und Angst hat, dass etwas Unkontrollierbares geschieht beziehungsweise etwas nicht so läuft, wie man es sich vielleicht erhofft hatte oder, wie es im eigenen „Master-Plan“ steht, verpasst man das wahre und echte Leben im Moment. Und das ist das einzige Leben, das wirklich zählt. Und das oft so unfassbar schön ist, ohne dass man es merkt. Denn das Jetzt ist der einzige Moment, den wir wirklich zu 100 Prozent kontrollieren können. Und im Jetzt können wir immer wieder aufs Neue wählen und entscheiden, ob wir Dinge in unserem Leben haben möchten oder nicht: Jackpot!

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Raus aus dem Hamsterrad - warum du viel weniger musst, als du denkst
Raus aus dem Hamsterrad – warum du viel weniger musst, als du denkst

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6 Gedanken zu „Raus aus dem Hamsterrad – warum du viel weniger musst, als du denkst

  1. Hallo Christina,
    Dein Beitrag ist eine gute Anregung, selbst zu reflektieren, was man eigentlich möchte und was einen glücklich macht. Tatsächlich geht das im Alltag öfter verloren.
    Ich denke, es ist nicht so einfach, dem allgemeinen gesellschaftlichen Druck zu entgehen, der recht genau vorgibt, was zu einem vermeitlich glücklichen und erfolgreichen Leben gehört. Aber wie Du auch schreibst, muß bzw. besser -kann- man das letztlich selbst am besten entscheiden, was persönlich wichtig ist und es muß nicht unbedingt den Konventionen entsprechen.

    Grete

    1. Hallo Grete, genau so ist es! Man muss sich nur erts einmal „trauen“, sich davon frei zu machen. Und die ewigen Vergleiche mit den anderen abstellen. Denn wie sagte Søren Aabye Kierkegaard so schön: „Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“ Ganz liebe Grüße Christina

  2. Liebe Christina,
    heut möchte ich mich mal ganz toll bei Dir für Deine super Beiträge bedanken. Du hast mir schon sehr oft damit aus vielen schlechten Situationen geholfen. Danke dafür liebe Christina.

    Für heute liebe Grüße aus München und alle Gute für Dich. Mach weiter so.
    Elfi

  3. Liebe Christina,
    spät aber immerhin kommt noch mein Kommentar 😉 Als ich nämlich letztens Deinen Artikel gelesen habe, war ich gerade selbst sehr aufgewühlt und war irgendwie erleichtert, Deine Worte zu lesen. Als Mama von zweien musste ich feststellen, daß Vereinbarkeit von Familie und Beruf leider doch nicht so mühelos machbar ist. Es ist ein innerer Prozess, den ich durchlaufe und an dem ich schlussendlich auch zu dem Ergebnis komme, das Du beschreibst. Um mich dabei ein wenig zu erden, helfen mir im Moment Übungen zur Achtsamkeit. In diesen Momenten geniesse ich die gewonnene innere Ruhe.
    Freue mich auf mehr Inspiration.
    Liebe Grüße
    Dinah

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